Entwurf LWL-Freilichtmuseum Detmold
Wettbewerbsart
Nichtoffener Wettbewerb
Preis: 4. Preis
Jahr: 2018
Freianlagen
SAL Landschaftsarchitektur
Bearbeitung
Stephan Bracht,
Gregor Schütze,
Andreas Wedemann
Neubau Eingangs-, Ausstellungsgebäude und Freianlagen für das LWL-Freilichtmuseum Detmold
2018 schreibt der LWL Landschaftsverband Westfalen Lippe, Kulturabteilung, für das LWL-Freilichtmuseum Detmold den Entwurf eines neuen Eingangs- und Ausstellungsgebäudes und der angrenzenden Freiflächen aus.
Anforderungen an den Entwurf und die freiraumplanerische Aufgabe
- Neubau Eingangs- und Ausstellungsgebäude sollen sich angemessen und selbstbewusst als zeitgemäße Architektur in den baulichen Kontext einfügen, ohne diesen zu dominieren.
- Landschaftsplanerische Zusatzaufgabe: Ein Vorschlag zur Gestaltung der historischen Gartenanlage „Friedrichsthall“ wird gewünscht.
Der Weg in unsere kulturelle Vergangenheit
In seiner museumspädagogischen Funktion als Eingangsgebäude definiert der Neubau für die Besucher*innen den Übergang zwischen Alltagserfahrung und Ausstellungserlebnis. Sie verlassen die Gegenwart und begeben sich auf die Spuren von 500 Jahren westfälischer Alltagskultur. Dem Weg und seiner Inszenierung kommt daher in unserem Entwurf eine besondere Bedeutung zu.
Wir inszenieren Weg und Neubau als Eintritt in unsere kulturelle Vergangenheit. Dabei markiert ein skulpturaler, mit zenitalem Tageslicht konturierter Treppenraum den Übergang aus dem hektischen Alltag „in den Berg“.
Für unseren außergewöhnlichen Entwurf erhielten wir gemeinsam mit behet bondizo lin architekten in dem nicht offenen Wettbewerb den 4. Preis.
Freiraum, Neubau und Topographie bilden eine Einheit
Unsere Idee ist, das neue Eingangsgebäude in die vorhandene, zum Teil bewaldete Topographie der bestehenden Hangkante zu schieben. Dieser Idee folgend, planen wir mit Ausnahme der gläsernen Front des Eingangsgebäudes und eines Lichtbandes im Obergeschoss die eigentliche Gebäudehülle an der Eingangsseite mit Erdreich zu überdecken.
In ähnlicher Hangneigung wie die angrenzenden Bestandshänge modelliert, entsteht so eine topographisch nahtlos in die Umgebung eingefügte Hangkante.
Diese soll mit Nadel- und Laubbaumarten des umgebenden Waldes aufgeforstet werden. So wächst hier in einigen Jahren eine bewaldete Hangkante, die keinen Unterschied zu den angrenzenden, natürlichen Waldhängen erkennen lässt.
Das Entree des neuen Eingangs- und Ausstellungsgebäudes bildet ein vom Eingangsbereich in Richtung Landesstraße L937 leicht abfallender Platz. In dieser homogenen, barrierearmen Fläche sind bestehende Einzelbäume ergänzt.
Bepflanzung mit Bergahorn
Wir planen für den Platz vor dem Eingang des Freilichtmuseums eine lichte Baumhainpflanzung aus Bergahorn. Der Bergahorn ist im angrenzenden Buchen-Mischwald ein typischer und heimischer Laubbaum. Gleichzeitig fungiert der Bergahorn als lichter Raumfilter zwischen historischer Gartenanlage und angrenzendem Waldgebiet.
Aussichtspunkte und Plätze zum Rasten
Unterhalb dieser Baumreihung bieten in einer geschnittenen Rasenfläche eingelegte große Holzpodeste Aussichtspunkte und Plätze zum Rasten für Ausstellungsbesucher und Wanderer.