Bischöflicher Garten
| Münster
Auftraggeber
Bistum Münster,
vertreten durch das
Bischöfliche Generalvikariat
Freianlagen
SAL Planungsgruppe
Bearbeitung
Stephan Bracht
Mitten in Münsters Altstadt: Der bischöfliche Garten
In unmittelbarer Nähe zum Domplatz gibt es einen etwa 2,5 Hektar großen Garten. Diese Freifläche inmitten der Stadt war noch nie bebaut und ist öffentlich nicht zugänglich. Es ist der bischöfliche Garten.
Dieser „Hortus Conclusus“ (geschlossener Ort) gehört zum Bischöflichen Palais. Zwischen 1999 und 2000 wurde der Palais saniert und umgebaut. Im Zuge dieser Maßnahme plante das Bistum die Neugestaltung des Gartens. Den Auftrag erhielt SAL Landschaftsarchitektur – auch dank einer Referenz, die Heinz-Günther Schulten hinterlassen hatte: den Stadtgarten an der Clemenskirche.
Leistungsbild
Leistungsphasen
1 – 9 nach HOA
Baukosten
600.000,- €
Planung
1999
Ausführung
1999 – 2001
Neuinterpretation traditioneller Gestaltung
Den geometrischen Garten des Bischofs gliedern weiße Kieswege. Er ist von einem kleinen Park durch eine Eibenhecke und einen gepflasterten Mittelweg getrennt. Der östliche Gartenteil ist formal als angeordneter Rosen- und Staudengarten angelegt. Die Beete, mit niedrigen Buchsbaumhecken gefasst, sind mit Kletterrosen und prachtvollen Blütenstauden bepflanzt. Bei der Erstbepflanzung fanden zahlreiche Pflanzen Verwendung, die bereits in der Bibel erwähnt werden.
Eine Reminiszenz an barocke Gartenhäuser
Der geometrische Garten oberhalb der Aa wird mit einem Pavillon abgeschlossen. Der Pavillon ist im Grundriss 4 x 4 Meter und massiv gebaut. Er dient unter anderem als Rückzugsort für vertrauliche Gespräche.
Ein kleiner Teich als verbindendes Element
Nicht weit vom Pavillon entfernt ist ein kleiner Teich angelegt. Dieses Wasserbiotop ist verbindendes Element zwischen dem formalen Garten und dem landschaftlich geprägtem Gartenteil. Die nördliche Unterkante des Biotops ist entlang des angrenzenden Weges scharfkantig ausgebildet und bildet somit einen Kontrast zur gegenüberliegenden Uferkante mit mäandrierendem Verlauf und naturnaher Gestaltung.
Alter Baumbestand und eine botanische Seltenheit
Jenseits der Aa wird der bischöfliche Garten durch seinen alten Baumbestand bestimmt. Eine botanische Besonderheit ist das große Vorkommen des Hohlen Lerchensporns, einer im zeitigen Frühjahr blühenden Pflanze, die nur noch selten zu finden ist.
An den kleinen Wald schließt sich nach Süden ein bewirtschafteter Nutzgarten an. Frühbeetkästen erlauben die zeitige Kultur von Gemüsepflanzen und Sommerblumen. Die Blumen, Früchte und Blüten werden zur Dekoration im Palais oder im Dom verwendet.
Der Garten weist die Gestaltungsmerkmale eines repräsentativen Gartens und gleichwohl eines anspruchsvollen Hausgartens auf. Dabei ist er Refugium, Rückzugsort für Gebet und Kontemplation.