Stadtgarten an der Clemenskirche

Auftraggeber: 
Stadt Münster

Freianlagen
SAL Planungsgruppe

Bearbeitung
Heinz-Günther Schulten

Städtebau
Prof. Deilmann
Architekten Münster

 

Ein Herzensprojekt von Heinz-Günther Schulten und Prof. Deilmann

In einem architektonisch heterogenen und heute von Konsum geprägten Umfeld ist der Stadtgarten an der Clemenskirche ein beachtenswertes Kleinod. Die zahlreichen Bezüge zu dem historisch, kirchlich und spirituell geprägten Ort und seiner barocken Architektur machen ihn einmalig.

Mitte der 80er Jahre haben der SAL Gründer und Landschaftsarchitekt Heinz-Günther Schulten und der Architekt Prof. Deilmann den Stadtgarten im Rahmen eines städtebaulichen Wettbewerbs entworfen und realisiert.

Leistungsbild
Leistungsphasen: 1 – 9 nach HOAI

Baukosten
ca. 350.000,- €

Planung
1988

Ausführung
1991

 

Historischer Background

Bereits Johann Conrad Schlaun, Erbauer der Clemenskirche, hatte in seinen Entwürfen der Kirche als Zentralbau zwischen einer Flügelanlage, dem Hospital und dem Konvent der Barmherzigen Brüder, einen geometrischen Garten im Innenhof vorgesehen.

Kirche und Konventbauten wurden 1744 bis 1753 errichtet. Ob ein symmetrischer Barockgarten auf der von sechs Seiten begrenzten Hoffläche tatsächlich angelegt wurde, ist jedoch nicht überliefert.

Nach der erheblichen Zerstörung im 2. Weltkrieg wurde zwar die Clemenskirche mit hohem Aufwand zwischen 1956 und 1974 wieder aufgebaut, die Flächen des ehemaligen Clemenshospitals funktionierte man jedoch lediglich zu einem großzügigen Parkplatz um.

Erst 1986, im Zuge des Neubaus eines großen Warenhauses, gab es erste Überlegungen, die einstige Fläche des von Schlaun geplanten Barockgartens unmittelbar an der Kirche neu zu gestalten.

 
Barocke Bezüge und ein Ewigkeitsgedanke

Heinz-Günther Schulten ruft mit seinem Entwurf des Stadtgartens den Bezug zu dem barocken spirituellen Ort auf. Eine hohe Eibenhecke begrenzt den Garten und spielt formal auf die fehlenden und im 2. Weltkrieg zerstörten Bauten des ehemaligen Clemenshospitals an. Die  Eibe (Taxus baccata) ist typisch für barocke Gartenkultur. Sie symbolisierte Ewigkeit, Wiedergeburt und Erneuerung.

Der streng formale Grundriss des kleinen Stadtgartens und die axiale Anordnung eines Obelisken und Kugelbrunnens aus Stahl nimmt historisch und symbolisch Bezug auf die angrenzende spätbarocke Clemenskirche. Heinz-Günther Schulten soll einmal über seine Arbeiten gesagt haben:

„Ich baue Gärten, damit Gott sie von oben sehen kann.“

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