Neugestaltung Hamburger Tunnel Münster
Auftraggeber
Stadt Münster
Wettbewerbsart
Mehrfachbeauftragung
Preis: 3. Rang
Jahr: 2024
Freianlagen
SAL Landschaftsarchitektur
Bearbeitung
Stephan Bracht,
Scott Wigglesworth,
Gregor Schütze
Ein Transitraum als Münster-Erlebnis
2024 setzen sich die Stadt Münster und Interessengemeinschaft Bahnhofsviertel Münster (ISG) e. V. zum Ziel, den Hamburger Tunnel aufzuwerten. Für seine Sanierung und kreative Neugestaltung lobt die Stadt eine Mehrfachbeauftragung aus.
Der Auftrag ist anspruchsvoll. Die Konzepte (1. Stufe) sollen Lösungen u. a. für folgende Anforderungen bieten:
- Angsträume vermeiden: Sicherheit und Sauberkeit anbieten, Vandalismussicherheit
- Helle, freundliche Gestaltung des Tunnels
- Trennung der Fußgänger und Radfahrer im Tunnel – gestalterisch und funktional, weiche Übergänge zu künftigen Aufzügen
- Klare Wegweisung an den Tunnelrändern
- Barrierefreiheit: rutschfester Bodenbelag, taktile Führung
- Keine Fahrradabstellmöglichkeit
- Befahrbarkeit im Notfall
Unser Ansatz: Neucodierung des Ortes
Aufgrund der sehr unbefriedigenden Bestandssituation im Tunnel sowie schwieriger Übergangs- und Anschlussbereiche entschließen wir uns dazu das Tunnel-Projekt nicht kosmetisch, sondern grundlegend anzugehen.
SAL Landschaftarchitektur beteiligt sich mit einem Konzept, das die Neucodierung des Ortes zum Ziel hat.
- Das künstlerische Konzept: „DER MÜNSTERCODE“. Der Transitraum wird bei der Durchfahrt auf dem Rad zu einem Münster-Erlebnis für alle Sinne.
- Die räumliche Innovation: eine „TUNNEL-IN-TUNNEL“-Konstruktion.
Das SAL Team hat sich im Wettbewerb „Gestaltungskonzept Hamburger Tunnel mit diesem Entwurf in der ersten Stufe auf Rang 3 positioniert.
Erleben Sie die virtuelle Tunnel-Durchfahrt!
Das Raumkonzept: „Tunnel in Tunnel“
Unsere Idee ist, die bestehende Tunnel-Konstruktion mit Stahlbögen als Tunnel im Tunnel zu errichten. Diese Konstruktion ist im Tunnelbau üblich und standardisiert. Die Umsetzbarkeit wird durch unser Büro vorgeprüft.
Die Stahlbogen-Konstruktion schafft ein neues, architektonisches Raumkontinuum. Die robuste Konstruktion und Materialität betont die Funktion des Tunnels als Transitraum ohne weitere Aufenthaltsanforderungen.
Um sicherzustellen, dass der neue Hamburger Tunnel dauerhaft als positiv besetzter Raum wahrgenommen wird, erweitern wir das Raumkonzept um ein künstlerisches Konzept: den MÜNSTERCODE.
Die Idee ist, auf 130 Metern Durchfahrt durch den Tunnel die städtebauliche Verbindung „Domplatz – Stadthafen I“ zu einem komprimierten Erlebnis zu machen. Farben, Geräusche, Düfte entlang dieses Weges werden im Tunnel inszeniert. Die Durchfahrt wird zur Attraktion!
Das künstlerische Konzept: Der Münstercode
Die Stahlbögen sind bunt lackiert. Die Farbreihung gibt in West-Ost-Richtung die typischen Farbtöne unserer Stadt auf diesem Weg wieder. Charakteristische Geräusche und Düfte auf den Wegabschnitten begleiten synchron und im Hintergrund den Farbcode. Gemeinsam ergeben sie den „MÜNSTERCODE“.
Eine insbesondere für Fahrradfahrer wichtige Lebensader gewinnt so an sinnlicher Bedeutung und wird selbst zu einem unverwechselbaren, farbenfrohen Teil des Stadtraums und zu einer städtischen Attraktion.