Innenstadt und Marktplatz Lüdinghausen

Auftraggeber
Stadt Lüdinghausen
Wettbewerbsart
Nichtoffener Wettbewerb
Preis: 1. Preis
Jahr: 2015
Freianlagen
SAL Landschaftsarchitektur
Bearbeitung
Stephan Bracht,
Nathalie Wiers,
Pablo Linnemann,
Jessica Möhring,
Ina Janning
 
Der Marktplatz in Lüdinghausen – unsere stadträumliche Analyse

2017 ist die platzräumliche Situation sowohl hinsichtlich der Aufenthaltsqualitäten als auch der stadträumlichen Spannung unbefriedigend.

Nach einer Analyse der unterschiedlichen, historischen Platzzuschnitte und platzräumlichen Qualitäten kommen wir zu der Überzeugung, dass die stadträumliche Situation vor dem großen Stadtbrand 1832 die spannendste Situation darstellte. Zu dieser Zeit gliederte das historische Rathaus den Platz in unterschiedlich große Räume mit unterschiedlichen Raum- und Aufenthaltsqualitäten, ohne dass der großflächige Marktplatz an Funktion verlor.

Diese historische platzräumliche Qualität dient uns als Vorbild bei der Entwicklung zeitgemäßer Ideen zur Neugestaltung Markplatzes Lüdinghausen.

Visualisierung
Jörg Hartmann
Links
competitionline
 
Neugestaltung Marktplatz

Der neue Marktplatz wird an seinen Längsseiten von einem kastenförmig geschnittenen Lindenbaumdach als rechteckiger Platz (ca. 34×28 m) räumlich gefasst. Diese, in die zentrale Mitte des größeren, trapezförmigen Gesamtplatzes gelegte Platzfläche, definiert den eigentlichen Marktbereich.

Zweiseitige Sitzbänke unterhalb des Baumdaches bieten schattige Ruhe- und Beobachtungsplätze mit Blick zum Platz und auf die Gebäudefassaden.

 

Randbereiche mit neuen Aufenthaltsqualitäten

Die rund um den zentralen Marktplatz entstehenden Randbereiche in Verlängerung der auf den Platz stoßenden fünf Erschließungs- und Einkaufsstraßen bieten neue Qualitäten zum Flanieren und für den Aufenthalt. Durch die nicht an allen Platzkanten parallel verlaufenden Gebäudefassaden ergeben sich in den südlichen und östlichen Randbereichen trichterförmige Raumaufweitungen in denen zwischen den Baumdächern aus Kastenlinden und den angrenzenden, historischen Gebäudefassaden größere Flächen für die Außengastronomie angeboten werden können. Im südlichen Randbereich ist hier auch der neue Standort des historischen Brunnens direkt vor dem Café Hellmann angeordnet.

Das Wasserfontänenfeld: Erfrischung und Anspielung auf die Wasserburgen

Gegenüber der südöstlichen Platzecke mit einer Stufenanlage ist genau am Schnittpunkt der Wilhelmstraße/Kleine Münsterstraße auf einer ebenflächigen Cortenstahlplatte ein quadratisches Wasserfontänenfeld mit drei niedrigen, unterflurbeleuchteten Quellfontänen angelegt. Es wird von Sandsteinplatten gefasst.

Die drei Quellfontänen symbolisieren die drei Wasserburgen der Stadt Lüdinghausen. Sie sind so angeordnet, dass die Abstände und Himmelsausrichtung im Verhältnis zu der tatsächlichen Lage der drei Burgenstandorte innerhalb des Stadtgrundrisses stehen. In die Cortenstahlplatte gelaserte Furchen stehen für die verschiedenen Fluß- und Wasserläufe zwischen den drei Burgen.

Die Sitzstufenanlage

Durch die unterschiedlichen Anschlusshöhen an die Gebäude rund um den Marktplatz ergibt sich an der südöstlichen Ecke ein Höhensprung von ca. 30 cm zu den angrenzenden Platzrändern gegenüber der Einmündung Wilhelmstraße. Diesen Höhensprung überbrücken wir durch eine Stufenanlage. Sie verbindet auf charmante Weise Wilhelms- und Langenbrückenstraße und lädt als Sitzstufenanlage zum Aufenthalt ein.

Barrierefreies Pflaster und helle Optik

Die Platzränder sind mit einem gestockten, gut begehbaren 8/10er Kleinsteinpflaster aus mittelgrauen Granitstein im Passee-Verband („Wilder Verband“) ausgebaut. Die Platzfläche des eigentlichen Marktplatzes wiederum ist mit beige-grauen, geschliffenen Betonsteinplatten in drei unterschiedlichen Längsformaten quer zur Hauptlaufrichtung belegt. Sie werden von schmalen Plattenbändern aus gelben Sandsteinplatten in gleicher Verlegerichtung durchzogen.

Unterhalb der Baumdächer ist die Platzfläche aus einer gelb-beigen wassergebundenen Wegedecke angelegt, in der die Linden ohne weitere Baumscheibenausbildung eingestellt sind.

Neue Lichtstelen und Wiederverwendung der Bestandslaternen

Die Mitte des rechteckigen, eigentlichen Markplatzes wird mit einer Reihung von Lichtstelen zwischen den Baumdächern ausgeleuchtet. Um den Innenstadtraum als Einheit erlebbar zu machen, setzen wir die Stelen des bereits am Steverstrand (Borgplatz) eingesetzten Typs ein.

An den außenliegenden Platzrändern des Markplatzes zwischen Baumdach und Gebäudefassaden finden die bereits vorhandenen, historisch anmutenden Bestandslaternen Verwendung. Diese traditionelle Beleuchtung wird in den umliegenden Straßen (Langenbrückenstraße, Kleine Münsterstraße, Wilhelm- und Münsterstraße) fortgeführt.

Neugestaltung barrierefreie Straßen

Die auf den neuen Marktplatz einmündenden Straßen sind barrierefrei und als gestalterische Verbindung zum neuen Marktplatz in ihrem zentralen Laufbereich ebenfalls mit beige-grauen geschliffenen Betonsteinplatten ausgebaut. Die jeweils ca. 1,25 m breiten Randbereiche der Straßen-Querschnitte sind mit einem gestockten, 8/10er Kleinsteinpflaster aus mittelgrauen Granitstein im Passee-Verband („Wilder Verband“) verlegt.

 

Im Bereich der Burg- und Gartenstraße begleiten Sandsteintrittschwellen zusammen mit einer Reihe Säuleneichen den Straßenverlauf. In diesem Bereich sind kleine Bronzeplatten mit historischen Stadt- und Landschaftsansichten von Lüdinghausen eingelassen. Sie schaffen eine weitere Verbindung zwischen Stadt und Landschaft, Burgen und Marktplatz.

 

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